Park & Herrenhaus

Ein Parkspaziergang …

Komptendorf verfügt wie viele Orte in der Umgebung über ein Gutshaus. Doch mutet es vielleicht nicht so prachtvoll an, wie jenes in Bagenz. Die Antwort findet sich in der Geschichte des Herrenhauses. Ausgleich genug findet man im sich anfügenden Park. Folgend eine kleine Rundreise von der Geschichte des Gutes bis Heute.

Das Gutshaus Komptendorf ist als Blickpunkt am Ende der früheren Dorfstrasse gelegen. Der Grundstein ist nachweislich 1783 gelegt worden. Weit und breit ist das eigentliche Herrenhaus von Komptendorf als „Schloss“ bekannt. Der schlichte Putzbau mit Mansardwalmdach stammt aus dem späten 18. Jahrhundert und wurde in den beiden darauffolgenden Jahrhunderten verändert.

Den Eingangsbereich gliedert ein dreiachsiges Zwerchhaus mit dreieckigem Giebel, in dessen Zentrum ein als Ochsenauge geformtes Fenster sitzt. Neun Fensterachsen gliedern die symmetrische dorfseitige Fassade. Dem als Zwerchhaus gestalteten Eingangsbereich ist eine Freitreppe vorgelagert. Die zweiflügelige Rundbogentüre dürfte in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts gehören.

Ein ausgedehnter Landschaftspark erstreckt sich im rückwärtigen Bereich des Gebäudes. Auch wenn die ursprüngliche Gestalt der Gartenanlage mittlerweile nicht mehr auf Anhieb erkennbar ist, so beeindruckt der bewundernswerte alte Baumbestand um so mehr.

Durch den Park, parallel zur Rückfront des Gutshauses, schlängelt sich ein Bach und verleiht dem Gelände im Zusammenspiel mit den prächtigen alten Bäumen einen ganz eigenen Charme. Der Bach könnte Relikt einer zur früheren Sumpfburg gehörenden Grabenanlage sein.

Geschichte des Herrenhauses

So alt wie das Gebäude und die Anlagen, so wechselvoll ist auch ihre Geschichte. Besitzer gab es viele. Nun ein kleiner Einblick in die Geschichte:

Bauherr des Komptendorfer Herrenhauses war wohl der Pastor Carl Friedrich Berndt (gestorben 1850), der 1812 von König Friedrich Wilhelm III. in den Adelsstand erhoben worden war. Er war verheiratet mit Albertine Marianne von Seydlitz, der Tochter des Reitergenerals Friedrich Wilhelm Freiherr von Seydlitz (1721-1773). 1774 erwarb sie das Gut von den Erben des Majors Gottlob Ludwig von Holtzendorff, der Komptendorf seit 1780 besass. Pastor Berndt gab aufgrund dieses Erwerbs sein Pfarramt auf und wurde Landwirt. Bald wurde er zum Ritterschaftsrat der Neumark ernannt.

1906 gelangte das Gut in den Besitz der Familie von Wedel. Diese veranlasste gravierende Umbauten. Das Haus erhielt neue Sprossenfenster und eine flachen Anbau. Der Landschaftspark stammt aus der Erbauungszeit des Herrenhauses. In seiner Gestaltung ist ein alter Bach integriert. Dieser stammt möglicherweise aus dem 15. Jahrhundert, als die Familie von List hier auf einer Wasserburg angesessen war. Von 1453 bis 1648 ist sie hier nachweisbar.

Danach gibt es wechselnde Besitzer in rascher Folge. Nach dem 2. Weltkrieg beherberte es wahrscheinlich die meisten Menschen. Etwa 10 Familien bot es nach der Vertreibung aus Schlesien eine erste Unterkunft. Kurze Zeit danach erfüllte es wieder eine wichtige Aufgabe:

Komptendorf hatte, durch die nun ansässig werdenden Umsiedler, stark an Einwohnern zugenommen. Eine größere Schule war gefragt, zumal die alte Schule 1945 abbrannt. Stolz nahmen nun die Kinder von Komptendorf, Gablenz, Sergen und Roggosen „ihr Schloss“ in ihren Besitz.

In Mitte der 50iger Jahre ermöglichte ein Ergänzungsbau im Osten des Gebäudes den Ausbau zu einer achtklassigen Polytechnischen Oberschule, die bis zum Jahr 1976 genutzt wurde. Von 1976 bis 1990 war es Zentralhort für den gesamten Schulbereich Laubsdorf.

Auch nach der Wende bis 1996 ist das Gebäude kombiniert als Grundschulteil von Laubsdorf für die 1. und 2. Klassen und für den Hort Komptendorf verwendet worden. Ab 1996 ist es in der unteren Etage noch für 50 Hortkinder in der Nutzung. Die obere Etage wird bereits seit 1945 bis zum heutigen Zeitpunkt zu Wohnzwecken genutzt.

Insgesamt bietet sich das zweigeschossige Gutshaus mit seinem unausgebauten Dachgeschoss für Wohnen auf dem Lande in historischer Bausubstanz an. Die geringe Entfernung zu den Städten Cottbus, Forst und Spremberg scheint für eine oder mehrere Familien mit Kindern geradezu ideal, um in der Stadt zu arbeiten und in schöner Umgebung zu wohnen.

An der Zufahrt zum Herrenhaus steht ein denkmalgeschütztes 200jähriges Haus, das sich in Privatbesitz befindet (siehe „Bilderbuch“ Komptendorf). Es besteht aus einer Kombination aus Block- und Fachwerk. Im Jahr 2000 erhielt es ein neues Dach, damit es noch kommenden Generationen erhalten bleibt!

Idyllische Parkimpressionen …

Daten des Herrenhauses im Überblick:

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