Südöstlich von Cottbus an der Straße von Roggosen nach Drieschnitz liegt Komptendorf.
Namensgebung und Alter von Komptendorf
Es besteht die Auffassung, dass Komptendorf älter als seine erste urkundliche Erwähnung von 1436 ist:
Komptendorfs erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahre 1436, wodurch der Ort etwa hundert Jahre jünger als die meisten umliegenden Gemeinden ist. 1463 schrieb es sich Kumptendorff, 1500 Cuntendorf, 1644 Komtendorff und 1652 Conitendorf. 1680 dann endgültig Komptendorf. Die niedersorbische Schreibweise wird auf den Personennamen Goren zurückgeführt (1761 Gurònow, 1843 Gurjonow). Die niedersorbische Schreibweise lässt aber auch mehrere Deutungen zu:
- v. gora = Berg: Dorf an der Hügelkette
- v. Goren = Gorimir, Gorislaw Ruhmbrandt: Siedl. des Goren
Der Namensursprung dürfte aber weder im Sorbischen noch im Deutschen zu suchen sein, sondern eher im Französischen. Einst kam ein Graf und verlieh seinen Namen … um die Namensgebung vom Komptendorf ranken sich mehrere Geschichten:
Die eingedeutschte Schreibweise Komptendorf scheint auf das französische Wort „comte“ für Graf hinzuweisen. Es ist demnach denkbar, dass zum Beispiel auf Reisen ein Graf in dem Dorf blieb. Man nimmt also an, dass der Name von fr. Compte- Graf = Grafendorf abgeleitet ist. Der Ausspruch: Um nach Ko. zu kommen, muss man lange durch den Wald gehen und dann kommtn Dorf, wird den Cottbuser Franziskaner-mönchen zugeschrieben.
Kirche, Park & Herrenhaus
Den Mittelpunkt des Ortes bildet die Kirche mit dem Dorfanger. Am Ende der früheren Dorfstraße befindet sich das Gutshaus Komptendorf, welches aus dem späten 18. Jahrhundert stammt und in den zwei folgenden Jahrhunderten baulich verändert wurde.
Die Komptendorfer Kirche und das Herrenhaus prägten die Komptendorfer Geschichte sowie die des Umlandes stark. Mehr zu diesem Thema in den Rubriken Kirche sowie Park & Herrenhaus.
Neuzeit
Noch Ende der 1970er Jahre zählte Komptendorf nur ca. 350 Einwohner. Diese Zahl reduzierte sich bis Anfang der 1990er Jahre nochmals auf ca. 280.
Der Grund lag in der vom Braunkohletagebau betroffenen Region. Wie auch in anderen Gemeinden der Umgebung, sorgte in Komptendorf das allgemeine staatlich angeordnete Bauverbot für die Auswanderung vieler junger Menschen. Komptendorf sollte dem Braunkohlebagger weichen. Kurz nach der Deutschen Wiedervereinigung wurden diese alten Pläne mit einem neuen Flächennutzungsplan für die allgemeine Ortsbebauung revidiert. Seitdem hat sich die Einwohnerzahl nahezu verdoppelt. Eine Beispiel für die Verjüngung des Ortes sind die neuen Wohngebiete „Am Kirchacker“, „Queerstraße“ sowie „Sergener Weg“.
Die Diskussion hinsichtlich der Abbaggerung von Komptendorf erhielt im Jahr 2007 neue Nahrung, als die Vattefall Europe Mining AG ihren neuen strategischen Abbaggerungsplan zum Erhalt des Braunkohlekraftwerkes Jänschwalde vorstellte. Komptendorf jedoch gehört nicht zu diesem betroffenen Gebiet. Mehr zu diesem Thema ist im Post „Tagebauentscheidung ist gefallen – Komptendorf bleibt stehen“ zu lesen.
Weitere historische Postkarten aus Komptendorf:
Historische Zeugnisse aus der ehemaligen DDR
LPG in Komptendorf:
Das „Bauernecho“ berichtete am 17. Januar 1967 über die Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft.
Natürliche original sozialistisch ! ![]()
Ist Komptendorf ein Wunderdorf?
Vier Jahrzehnte liegt es zurück, als am 14. Dezember 1962 die Lausitzer Rundschau diesen Artikel veröffentlichte.













