rbb Heimatjournal – Die Puppenwerkstatt

Ob aus Porzellan oder aus Plastik, ob einhundert Jahre alt oder noch fast neu: in der Spielzeugklinik von Karin Kurzenberger werden Puppen wieder flott gemacht.

Zuerst wird die erste Diagnose in der „Notaufnahme“ erstellt, bevor es mit der Reparatur weiter geht. Das Alter der Puppen ist dabei kein Problem: das Ersatzteillager wuchs mit jedem Jahr ihres Kampfes gegen die Arbeitslosigkeit.

„Ich dachte mir, für irgend etwas muss der Mensch ja nützen. Ich habe angefangen, mich für Dinge zu interessieren, habe Literatur gekauft und gesehen, das man dass machen kann. Und dann habe ich das einfach gemacht“, sagt sie.

Und so wurde aus der Eisenbahningenieurin die Puppendoktorin im achten Jahr. Mittlerweile kann sie davon leben. Es hat sich herum gesprochen, dass die 62-Jährige Puppen wieder ganz macht. Manchmal braucht sie bis zu 20 Stunden für eine Schönheitsoperation. Manchmal auch ein wenig Glück, um die verschiedenen Teile wieder zu beschaffen.

Ganz billig ist das nicht, allein schon wegen des Materials. Eine Echthaarperücke kann 45 Euro kosten. Liebhaber zahlen den Preis gerne für ihre Kindheitserinnerung. Karin Kurzenberger selbst bekam erst mit 12 Jahren eine Puppe, die aber prägte.

205 Puppen repariert sie im Jahr. Mehr, sagt sie, schafft sie gar nicht. Weil aus der Puppendoktorin auch eine „Hebamme“ geworden ist: mittlerweile produziert sie selbst.

Der Beitrag ist als Video auf der rrb-Website zu sehen.

(Quelle: rrb Fernsehen, Beitrag von Dagmar Lembke)

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